Myome (Uterus myomatosus - Gebärmuttergeschwulste)

Myome (Uterus myomatosus - Gebärmuttergeschwulste): Ursache, Symptome, Diagnostik, Behandlung

Autor: Dr. Eva RotheDr. Eva Rothe - Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

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Beim Myom (andere Bezeichnungen: Leiomyom, Leiomyomatosis und Fibromyom) handelt es sich um gutartige Tumoren, beziehungsweise Geschwülste des Muskelgewebes der Gebärmutter. Sie treten als Knoten an verschiedenen Stellen der Gebärmutterwand auf, selten am Gebärmutterhals. Uterusmyome besteht aus einem mehr oder weniger stark entwickelten bindegewebigen Anteil und können mehrere Zentimeter groß werden.

Die meisten Myome verursachen keine Beschwerden. So bekommen 25 % aller Frauen im Laufe ihres Lebens Myome, doch versuchen nur 10 bis 20 % von ihnen Beschwerden. Viele Symptome treten zyklisch auf und nehmen an den Tagen vor und während der Regel zu. Bei entsprechender Größe der Myome können Schmerzen und Beschwerden jederzeit auftreten.

Arten von Myome

Myome

Enthält ein Uterusmyom zusätzlich zu glatter Muskulatur und Bindegewebe noch Drüsengewebe aus der Schleimhaut, so wird es als Adenomyom bezeichnet.

Oft kommen mehrere Myome gleichzeitig vor. Myome können zu beträchtlichen Größen heranwachsen. Selten ist eine diffuse Leiomyomatose, bei der sich zahlreiche kleine Geschwülste im Uterus finden. Noch seltener sind generalisierte Formen, bei denen Myome in Gefäße einwachsen und so bis zum Herzen vordringen (intravenöse Myome) oder zu zahlreichen Wucherungen in den kleinen Lymphgefäßen des Beckens führen.

Eine Unterteilung der Geschwülste wird zum Einem nach ihrer Lokalisation vorgenommen: Es gibt die seltenen Zervixmyome am Gebärmutterhals und die häufigeren Korpusmyome im "Körper" der Gebärmutter.
Zum Anderen werden Myome werden nach Ihrer Lage unterschieden:

  • Intramurale Myome: Myome in der Gebärmutterwand kommen am häufigsten vor (in der Abbildung mit B bezeichnet). Sie liegen in der Wand, führen zu einer Vergrößerung der Muskulatur und können die Gebärmutter bis auf das Dreifache vergrößern.
  • Submuköse Myome: Myome unter der Gebärmutterschleimhaut entwickeln sich in Richtung der Gebärmutterhöhle nach innen (in der Abbildung mit E bezeichnet). Manche Myome wachsen an Stielen, sie werden dann gestielte Myome genannt (in der Abbildung mit C bezeichnet).
    Das gestilte Myom kann sogar aus dem Muttermund herauswachsen. Dieser Zustand wird als Myoma in statu nascendi (nascendi: geboren werden) bezeichnet.
  • Seröse oder subseröse Myome liegen an der Außenseite der Gebärmutter (in der Abbildung mit D bezeichnet) und können ebenfalls in gestielter Form auftreten (in der Abbildung mit A bezeichnet).
  • Seltene Formen: Myome können auch im angrenzenden Gewebe der Gebärmutter gelegen sein (intraligamentäre Myome).

Ursache für Myome

Die wichtigsten zusammenwirkenden Ursachen sind eine genetische Veranlagung und eine Fehlregulation des Hormonhaushaltes. Hormone sind Stoffe, die über den Blutweg Informationen von Organ zu Organ übermitteln - in diesem Fall von den Eierstöcken zur Gebärmutter. Besonders scheint ein Übergewicht von Östrogen im Verhältnis zu Progesteron die Entwicklung von Myomen zu begünstigen, wie es z. B. kurz vor Einsetzen der Menopause, in den so genannten Wechseljahren besteht. Im Myomgewebe sind mehr Östrogen- und Progesteronrezeptoren, die die Wirkung von den Hormonen im Organ vermitteln. Hier besteht allerdings ein relativer Mangel an Progesteronrezeptoren. In den Muskelzellen kommt es zu Fehlfunktionen, die zu einem übermäßigen Wachstum und damit zu den Wucherungen führen.

Symptome - Beschwerden bei Gebärmutter-Myome

Die meisten Myome verursachen keine Symptome. So bekommen 25 % aller Frauen im Laufe ihres Lebens Myome, doch versuchen nur 10 bis 20 % von ihnen Beschwerden. Viele Symptome treten zyklisch auf und nehmen an den Tagen vor und während der Regel zu. Bei entsprechender Größe der Myome können Schmerzen und Beschwerden jederzeit auftreten.

Verstärkte Regelblutungen (Menorrhagie):

Als häufigstes Symptom treten bei Myomen ungewöhnliche Blutungen auf, üblicherweise in Form von verstärkten Regelblutungen, meistens verbunden mit Gerinnselbildung. Dies führt oft zur Anämie (Blutarmut). Beim Abgang der Gerinnsel kann es zu starken Krämpfen kommen.
Für durch Myome ausgelöste verstärkte Regelblutungen ist nicht in erster Linie deren Größe und Anzahl, sondern vielmehr deren Lage entscheidend.
Verstärkte Regelblutungen werden meist durch Myome ausgelöst, die tief in der Gebärmutterwand wachsen (intramural) oder Myome, die sich direkt unter der Innenauskleidung der Gebärmutter befinden (submukös). Sehr kleine Myome in der Gebärmutterwand oder Myome in der Außenschicht der Gebärmutter (subserös) verursachen üblicherweise keine ungewöhnlichen Blutungen.

Schmerzen und Druck im Becken:

Wenn es durch Myome zum Druck auf benachbarte Strukturen kommt, äußert sich dies üblicherweise mit Beschwerden im Becken- und/oder Bauchbereich: Schweregefühl, Blähungen, Verstopfung, einem dumpfen Schmerz oder einer besonderen Empfindlichkeit der Myome selbst.
Diese Beschwerden können sich bei körperlicher Betätigung, beim Nachvornebeugen oder während des Geschlechtsverkehrs verstärken. Mit zunehmender Größe können Myome auf die Nerven drücken, die das Becken und die Beine versorgen, wodurch Rücken-, Flanken- oder Beinschmerzen verursacht werden können.
In seltenen Fällen kommt es zur Degeneration eines Myoms, d. h. zur spontanen Schrumpfung mit Narbenbildung aufgrund einer verminderten Blutzufuhr. Dies ist ein schmerzhafter Vorgang, der mehrere Tage oder Wochen andauern kann. Derart heftige Schmerzen sind jedoch selten.

Harndrang und Harnverlust:

Myome können auch auf das Harnsystem drücken. Dies führt üblicherweise zu häufigem Wasserlassen (mit nächtlichem Wasserlassen). Darüber hinaus können Myome auch zu einer Inkontinenz (Unvermögen, den Harn zurückzuhalten) beitragen und in seltenen Fällen den Blasenabfluss teilweise blockieren, so dass die Blasenentleerung erschwert ist.

Untersuchungen - Diagnostik bei Gebärmutter-Myome

Da Myome oft keine Beschwerden verursachen, werden sie häufig bei einer frauenärztlichen Vaginaluntersuchung entdeckt.
Aufgrund vorliegender Beschwerden kann die Frauenärztin / der Frauenarzt häufig bereits das Vorliegen von Myomen vermuten. Schmerzen beim Wasserlassen, eitriger Ausfluss, Verstopfung, Bauchkrämpfe oder andere Symptome können auf akute Komplikationen hinweisen und sollten dem Arzt mitgeteilt werden.

Die Untersuchung und dem damit verbundenen Abtasten der Gebärmutter ist die erste Untersuchungen, wobei die Härte, die kugelige Gestalt und die Lage die wichtigsten Anhaltspunkte sind.

Die Diagnose wird durch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) gesichert. Um das Ausmaß und eventuell durch die Myome verursachter Organschädigungen zu bestimmen, müssen weitere diagnostische Verfahren (CT, MR, Laboruntersuchungen) eingesetzt werden.

Im Fall eines in der Wandmuskelschicht der Gebärmutter (intramural) liegenden Myoms sollte ebenfalls eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.

Wichtig ist der Ausschluss einer Entartung oder eines bösartigen Uterustumors. Hierbei ist das so genannte Uterus-Sarkom zu nennen, welches einem rasch wachsendem Uterus myomatosus ähnelt. Dieser Tumor gehört allerdings zu den selten vorkommenden Entartungen (in 0,1 Prozent der Fälle).

Es gibt keine Maßnahmen, die diese Erkrankung vorbeugen. Allerdings ist eine regelmäßige Kontrolle beim Frauenarzt generell sinnvoll. In diesem Rahmen wird ein Myom recht früh erkannt. Hierbei kann dann entschieden werden, ob man eventuell therapiert oder abwartend vorgeht.

Behandlung und Therapie bei Gebärmutter-Myome

Grundlage für die Wahl der richtigen und besten Therapie ist eine ausführliche frauenärztliche körperliche Untersuchung mit Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese), sowie Einholung der entsprechenden diagnostischen Befunde.

Die Therapie eines Myoms ist abhängig von der Größe der Geschwulst und den Beschwerden der Patientin. Ein therapeutischen Vorgehen wird meist nur dann vorgeschlagen, wenn das Myom in kurzer Zeit sehr schnell an Größe gewinnt oder Beschwerden verursacht.

Behandlung bei Vorhandenseins eines Myoms ohne Beschwerden:

Liegen keine Beschwerden vor wird die Frauenärztin / der Frauenarzt meist regelmäßige Verlaufskontrollen mit Ultraschalluntersuchung zur Überwachung des Myomwachstums vorschlagen.
Regelmäßige Kontrollen der gutartigen Geschwulst in etwa halbjährlichen Abständen sind wichtig, insbesondere dann, wenn ein Kinderwunsch besteht.

Behandlung bei eines Myoms mit Beschwerden:

Medikamentöse Therapie: Die medikamentöse Therapie ist oft der erste Schritt bei der Behandlung von Gebärmuttermyomen. Diese kann einerseits die Verschreibung von Hormonpräparaten beinhalten, sowie schmerzlindernde und krampflösende Medikamente.

Myom-Embolisierung (zum Bericht): Die Embolisationstherapie ist eine minimal-invasive nicht-chirurgische Behandlungsmethode (zu den Spezialisten). Diese Behandlung erfolgt unter örtlicher Betäubung durch einen über die Leistenschlagader (Femoralarterie) eingeführten Katheter, durch den winzige Partikel in die Gebärmutterschlagadern injiziert werden. Dadurch wird dieses Gefäß dauerhaft verschlossen. Die Geschwulst wird nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und somit "ausgehungert. Diese Behandlung wird insbesonders bei Knoten die in der Gebärmutterwand liegen, eingesetzt.

MRT-gesteuerte Therapie mit Ultraschall: Magnetresonanztomographie (MRT)- gesteuerte Therapie mit fokussiertem Ultraschall ist eine nicht invasive Behandlung mit fokussierte Ultraschallwellen zur Zerstörung von Uterusmyomen, ohne umgebendes Gewebe in Mitleidenschaft zu ziehen (zu den Spezialisten).
Nach genauer Planung erhitzen gebündelte hochenergetische Ultraschallwellen einen kleinen Punkt im Gebärmuttermyom auf eine Temperatur von bis zu 85°C. Während der etwa 15 Sekunden andauernden Ultraschallbehandlung überwacht der Arzt den gesamten Therapievorgang und überprüft die erreichten Temperaturen im Myom mittels der MRT-Bilder. Da mit jeder Ultraschallaussendung nur ein sehr kleiner Anteil des Myoms behandelt werden kann, muß dieser Vorgang so oft wiederholt, bis das erforderliche Volumen behandelt wurde, durchschnittlich etwa 50 Mal. Diese Prozedur dauert etwa 3 Stunden, je nach Größe und Anzahl des behandelten Myoms.

Chirurgische Methoden - Operation: Bei z. B. sehr großen oder gestielten Myomen, bei sehr schnellem Geschwulstwachstum, Verdacht auf Bösartigkeit oder bei anderen Komplikationen Organbeeinträchtigungen, Infektionen) ist eine operative Entfernung die Behandlung der Wahl (zu den Spezialisten).
Bei den endoskopischen minimal-invasiven Operationstechniken (Knopflochtechnik) werden über die Bauchhöhle oder über die Scheide kleinste Instrumente eingeführt und unter Sicht über eine Kamera die Myome entfernt.
Ist diese Technik nicht einsetzbar, werden die Tumore herkömmlich offen-operativ entfernt. Ein Organerhalt ist vor der Operation schlecht einschätzbar.
Da Myome mit rund 15% eine sehr hohe Neigung zur Rezidivbildung (Wiederauftreten neuer Myome)haben, ist in einigen Fällen die Entfernung der gesamten Gebärmutter erforderlich (Hysterektomie).

Komplikationen und Auswirkungen

Neben den möglichen Komplikationen ist eine Myomerkrankung für alle Frauen mit Kinderwunsch von Bedeutung. Häufig besteht bei vorhandenen Myomen eine Sterilität (hormonell oder mechanisch bedingt).

Bei einer Schwangerschaft ist die Gefahr von Fehl- und Frühgeburten erhöht. Frauen, die nach einer organerhaltenden Myomoperation schwanger werden, aber auch Frauen mit bestehendem Myom, sollten wegen der Gefahr eines Einreißens der Gebärmutter (Uterusruptur) oder so genannter atonischer Nachblutungen in einer Klinik entbinden.

Myome, die häufige oder lang dauernde Blutungen verursachen, können langfristig zu einem Blutmangel führen, einer Anämie, weswegen das Blut regelmäßig kontrolliert werden sollte.

Auch andere Organe können durch Kompression in Mitleidenschaft gezogen werden. Ständige Harnwegsinfekte deuten auf die Kompression der Harnwege hin, darmnah gelegene Myome können mit der Darmwand verwachsen und diese in ihrer Beweglichkeit behindern.

Akute Komplikationen sind Risse des Stiels der gestielten Myome, Nekrosen und Entzündungen meist submukös gelegener Myome.



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Wichtiger Hinweis: Die angegebenen Krankheitszeichen (Symptome) werden sehr häufig bei der Diagnose zu dieser Erkrankung beobachtet. Jedoch kann diese Erkrankung auch ohne bzw. mit anderen Krankheitszeichen vorliegen. Sollten Sie an ähnlichen Krankheitszeichen wie beschrieben leiden, dürfen Sie nicht daraus schließen, dass diese Erkrankung auf sie zutrifft.
Fragen Sie bitte Ihre Ärztin oder Ihren Arzt! Bei nahezu allen Erkrankungen ist eine frühzeitige Erkennung und damit die rasche ärztliche Intervention für den Heilungserfolg von größter Bedeutung.