Angina pectoris (Koronare Herzkrankheitt)

Angina pectoris (Verengung/Verschluss der Herzkranzgefäße)
Ursache, Symptome, Diagnostik, Behandlung

Autor: Priv. Doz. Dr. G.C. FunkPriv. Doz. Dr. Georg-Christian Funk - Facharzt für Lungenkrankheiten

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Angina pectoris ("Brustenge", Fachausdruck "Stenokardie") oder der umgangssprachlich so genannte "Herzanfall" ist das Hauptsymptom einer koronaren Herzerkrankung, die sich durch eine anfallsartige, schmerzhafte Durchblutungsstörung des Herzmuskels äußert. Ein Angina-pectoris-Anfall tritt meistens während körperlicher und weniger häufig durch seelische Belastung auf, weil das Herz dann mehr Arbeit leisten muss.

Für diese Mehrarbeit braucht das Herz auch mehr Sauerstoff. Können die Herzkranzarterien diesen zusätzlichen Sauerstoff nicht heranführen, kommt es zu den Schmerzen und Beschwerden eines Angina-pectoris-Anfalls. Diese Minderversorgung mit Sauerstoff wird durch eine Verengung oder einen Verschluss der Herzkranzgefäße verursacht.

Herz- und Herzkranzgefäße

Eine Verschlechterung der Sauerstoffversorgung des Herzens kann auch ohne Schmerzen oder andere spürbare Symptome auftreten. Solche schmerzfreien Ereignisse nennt man "stumme Ischämien" (Ischämie = Blutleere oder Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff).

In den Industrieländern gehört die Erkrankung der Herzkranzgefäße zu den häufigsten Todesursachen, wobei Männer häufiger davon betroffen sind als Frauen. Das Risiko hängt mit Alter und Lebensstil zusammen, vor allem Raucher sind betroffen.

Wenn Sie Brustschmerzen wie unter "Beschwerden" beschrieben verspüren, sollten Sie sofort (!) einen Arzt verständigen. Die bei med.at eingetragenen Herzspezialisten finden Sie hier.

Angina pectoris tritt in verschiedenen Formen auf:

Stabile Angina pectoris:

Tritt eine Angina pectoris nur bei körperlicher Anstrengung auf und ist der Schmerzcharakter der Anfälle über Wochen immer gleich, spricht man von einer stabilen Angina pectoris.

Instabile Angina pectoris:

Eine instabile Angina pectoris (Synonym: Präinfarktangina, Crescendo-Angina) liegt vor, wenn die Häufigkeit der Anfälle, ihre Dauer sowie die Schmerzstärke zunehmen. Darüber hinaus wird auch jeder erstmalige Angina pectoris Anfall bei einem Patienten als instabile Angina gewertet.

Auch bei Beschwerden im völligen Ruhezustand (Ruheangina) sowie ohne weitere äußere Ursachen - wie z. B. Aufregung - und wenn Medikamente nur noch verzögert zu einer Verbesserung führen, spricht man von einer instabilen Angina pectoris.

Stumme Angina pectoris (Synonym: Stumme Ischämie):

Die stumme Ischämie wird ebenfalls durch eine Sauerstoff-Unterversorgung des Herzens verursacht. Sie tritt phasenweise und auch ohne Symptome auf, vor allem bei Diabetikern und Personen mit bestehenden Herzerkrankungen oder Herzfehlern. Sie sind für die Entwicklung schwerwiegender Herzkrankheiten wie Herzinfarkt und letztendlich Herzversagen genauso gefährlich wie schmerzhafte Angina-pectoris-Anfälle.

Durchlaufangina (Synonym: Walk through-Phänomen):

Hier treten die Stenokardien zu Beginn einer körperlichen Belastung auf. Bei Fortführung der Bewegung klingt der Schmerz bis zur Schmerzfreiheit ab.

Prinzmetal-Angina (Synonym: Variant Angina):

Eine Sonderform der Angina pectoris, die so genannte Prinzmetal-Angina, die vor allem bei jüngeren Menschen (meist starken Rauchern) auftritt, ist durch Verkrampfungen der Herzkranzgefäße gekennzeichnet. Der Krampf verengt vorübergehend das Gefäß, ohne dass arteriosklerotische Gefäßveränderungen("Verkalkungen") vorliegen müssen. Die Prinzmetal-Angina tritt belastungsunabhängig auf.

Schweregrade der Angina pectoris

Grad I: Alltägliche Aktivität ohne Beschwerden

Angina-Beschwerden nur bei extremen Belastungen oder schneller oder sehr langer Belastung

Grad II: Geringe Einschränkung der alltäglichen Aktivitäten

Angina pectoris tritt bei schnellerem Gehen und Steigen, Aufwärtsgehen, Gehen nach dem Essen, Gehen in der Kälte und bei Wind, unter psychischer Belastung oder in den ersten Stunden nach dem Aufwachen auf.

Grad III: Ausgeprägte Einschränkung der alltäglichen Aktivitäten

Angina pectoris tritt bereits nach wenigen Metern Gehstrecke auf (z.B. Überqueren der Straße) oder z.B. beim Ersteigen einer Etage bei normalen Bedingungen und normaler Geschwindigkeit.

Grad IV: Alltägliche Aktivität ist ohne Angina nicht mehr möglich

Ursachen - Angina pectoris

Der unermüdlich arbeitende Herzmuskel benötigt je nach körperlicher Aktivität fünf bis zwanzig Prozent der vom gesamten Organismus benötigten Sauerstoffmenge. Bei körperlicher Belastung muss das Herz weit mehr Arbeit verrichten, um den Körper mit Sauerstoff zu versorgen, als unter Ruhebedingungen. Um diese Mehrarbeit zu verrichten, schlägt das Herz schneller und kräftiger. Durch die vermehrte Anstrengung steigt auch der Sauerstoffbedarf des Herzens. Schon beim gesunden Menschen kann die Durchblutung des Herzens nicht im selben Maße gesteigert werden, in dem der Sauerstoffbedarf steigt. Das Herz verfügt aber über einige Mechanismen, um dem Blut noch eine "Extraportion" Sauerstoff zu entziehen, sodass beim Gesunden die ausreichende Sauerstoffversorgung des Herzens gewährleistet ist. Kommt es durch Arteriosklerose (Verhärtung der Gefäßwände durch Ablagerung an der Gefäßinnenwand) oder aufgrund anderer Mechanismen (z.B. Krampf von Gefäßmuskeln) zu einer Enge innerhalb eines Gefäßes, fließen vermindert Blut und Sauerstoff in das nachgeschaltete Versorgungsgebiet des Herzmuskels.

Wenn das Angebot von Sauerstoff unter eine kritische Grenze fällt, reagiert das Herz mit einem Angina-pectoris-Anfall. Der Schmerz ist ein massives Warnsignal für einen drohenden Herzinfarkt. Zunächst treten die weiter unten beschriebenen Beschwerden nur bei körperlicher Belastung mit erhöhtem Sauerstoffbedarf auf. Mit zunehmender Verengung der Herzgefäße aber nimmt die Belastbarkeit der Patienten ab. Schließlich können bei hochgradigen Verengungen Symptome bereits in Ruhe auftreten. Die auslösenden Ursachen der Gefäßkrämpfe bei der Prinzmetal-Angina sind bisher nicht genau geklärt.

Ist die Durchblutung des Gefäßes und damit die Nährstoffversorgung eines Herzmuskelbereiches über längere Zeit ganz aufgehoben, führt dies unweigerlich zum Herzinfarkt mit Untergang von Herzmuskelgewebe. Wenn nicht rechtzeitig eine Therapie eingeleitet wird, kann dieses Gewebe nicht mehr regeneriert werden.

Häufige Risikofaktoren:

  • Lebensalter: Wenn sich eine über die Lebensjahre entwickelnde Arterienverkalkung auf die Herzkranzgefäße stärker auszuwirken beginnt (Koronarsklerose).
  • Erbliche Veranlagung: Wenn in der Familie bereits Herz-Kreislauferkrankungen oder andere Erkrankungen mit Gefäßverkalkung (Schlaganfall, Schaufensterkrankheit) vorkommen.
  • Verminderung des Sauerstoffgehaltes im Blut: Erkrankungen, wie etwa Blutarmut, Herzklappenfehler, Lungenkrankheiten erhöhen ebenfalls das Risiko.
  • Zigarettenrauchen: Besonders gefährdet sind Raucher, vor allem auch Frauen, die Zigaretten rauchen und die Pille einnehmen. Das Risiko einer koronaren Herzkrankheit ist bis zu 70 Prozent erhöht, bei starken Rauchern steigt das Risiko gegenüber Nichtrauchern um das Doppelte bis Dreifache.
  • Bluthochdruck: Patienten mit hohem Blutdruck gehören ebenfalls zur Risikogruppe.
  • Zuckerkrankheit: Bei Diabetes mellitus Patienten treten besonders häufig stumme Ischämien auf, also Durchblutungsstörungen des Herzmuskel ohne merkbare Symptome.
  • Erhöhte Blutfette: Erhöhte Blutfette steigert das Risiko von Arteriosklerose und damit für eine Herzkrankheit.
  • Übergewicht - Bewegungsmangel: Übergewicht und Bewegungsmangel und Stresssituationen begünstigen eine koronare Herzkrankheit und damit auch die Angina pectoris.
  • Schlaf-Apnoe-Syndrom: Starkes Schnarchen mit Aussetzern der Atmung.
  • Herz und Schilddrüse: Patienten mit Herzrhythmusstörungen oder Schilddrüsenfunktionsstörungen gehören ebenfalls zur Risikogruppe.
  • Psychische Faktoren: Befindlichkeitsstörungen wie Angst, Erfolgsdruck, Unruhe, emotionale Krisen und existenzielle Sorgen erhöhen ebenfalls das Risiko.

Weitere Angina-pectoris begünstigende Faktoren können sein:

  • spontane oder durch Anstrengung verursachte Blutdruckanstiege
  • emotionaler und beruflicher Stress, Zeitnot, Hektik, Eile, aber auch Ärger und Frustration im Berufs- oder Privatleben (z.B. Managerkrankheit)
  • übermäßige körperliche Belastungen, vor allem ungewohnte schwere Arbeit und plötzliche Anstrengungen im Alter, Sport unter außergewöhnlichen Bedingungen, aber auch ungewohnte Verausgabungen (etwa beim Geschlechtsverkehr)
  • ungewohnt starker, plötzlicher Temperaturwechsel (z.B. Eintauchen in kaltes Wasser)

Beschwerden - Angina pectoris

Nicht immer sind Angina pectoris Beschwerden verbunden mit einem charakteristischen Brustbeengungs- und Vernichtungsgefühl. Deshalb kommt es manchmal vor, dass der Anfall verkannt wird und Magenschmerz oder Schulterbeschwerden als Ursache angenommen werden.

In der Regel treten jedoch folgende Symptome auf:

  • Im Allgemeinen dauern die Schmerzen und Beschwerden nur wenige Minuten.
  • Zirka 3/4 der Patienten, die einen Angina-pectoris-Anfall erlebt haben, sprechen von einem Gefühl von Schwere, Enge, Brennen, Schmerzen, Druck oder Beklemmung hinter dem Brustbein bzw.
  • bei jedem zweiten Patienten wird der Schmerz in der linken Brustseite empfunden.
  • Die Beschwerden können sich auf andere Körperregionen ausdehnen und ein Taubheitsgefühl oder Schmerzen in den Schultern, Armen und Händen, Rücken, Oberbauch oder Kopf-Hals Bereich (sogar in den Zähne oder selten im Ohrläppchen) verursachen.
  • Es können auch Übelkeit, Atemnot oder ein Gefühl des Erstickens auftreten.
  • Häufig kommt ein gleichzeitiges Erbleichen des Gesichts, Schweißausbruch, Abfallen des Blutdrucks und Herzklopfen (Herzjagen) hinzu.

Dauer und Intensität der Schmerzen sind bei einer chronischen stabilen Angina pectoris gleich bleibend. Die Anfälle können sehr häufig sein (mehrmals am Tag), aber auch in recht großen Abständen auftreten. Bei der stabilen Form der Angina pectoris verschwinden die Symptome innerhalb von Minuten nach Gabe von Nitropräparaten unter die Zunge oder bei körperlicher Ruhe. Bei einer instabilen Angina pectoris können sich die Schmerzen mit jedem Anfall zunehmend intensivieren, die Anfälle können sich häufen und in ihrer Dauer variieren. Bei der instabilen Form erfolgt nur eine verzögerte oder keine Reaktion auf Nitropräparate.

Diagnostik bei Angina pectoris

Wenn Sie Brustschmerzen wie unter "Beschwerden" beschrieben verspüren, sollten Sie sofort (!) einen Arzt verständigen.

Zwar sind die meisten Brustschmerzen auf andere Ursachen als auf eine Angina pectoris zurückzuführen, wegen der Gefährlichkeit dieser Gefäßenge am Herzen muss aber die ärztliche Abklärung unverzüglich erfolgen. Erklären Sie Ihrem Arzt die Umstände und die Art der Beschwerden, wie lange sie anhielten, wie oft sie auftraten, was Sie getan haben, um die Schmerzen zu lindern oder zu beenden.

Die typischen Beschwerden einer Angina pectoris weisen auf eine koronare Herzerkrankung hin. Aber bei 1/5 der Patienten ereignet sich ein Herzinfarkt ohne vorherige warnende Angina pectoris. An dieser Stelle sei noch einmal auf die Angina-pectoris-Form, "Stumme Ischämie" hingewiesen, die völlig ohne Beschwerden oder aber auch in Kombination mit vereinzelt schmerzhaften Episoden verlaufen und nicht weniger gefährlich ist, als andere, mit typischen Beschwerden verlaufenden Formen dieser Erkrankung.

Jede unbehandelte Angina pectoris birgt die Gefahr in sich, zu einem vollständigen Verschluss der Herzkranzgefäße und damit zu einem Herzinfarkt zu führen. Daher möchten wir Sie auf folgende Punkte speziell aufmerksam machen:

  • Auch bei Beschwerdefreiheit ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (med.at - Herzspezialisten) wichtig, damit frühe Zeichen einer Herzkrankheit rechtzeitig erkannt und behandelt werden können.
  • Bei Beschwerden beachten Sie den Grundsatz: Niemals in der Nacht auf den Morgen warten, niemals am Wochenende auf den Montag warten!
  • Eine frühzeitige Behandlung erhöht die Chance, einen drohenden Herzinfarkt zu erkennen und in vielen Fällen zu vermeiden.
  • In manchen Fällen sind die Beschwerden Ursache einer anderen Erkrankung, aber auch dies muss ärztlicherseits abgeklärt werden.

Häufig hat der Arzt aufgrund der Krankengeschichte (Anamnese) und dem klinischen Beschwerdebild bereits den Verdacht auf Angina pectoris. Für den Arzt sind hier vor allem die Risikofaktoren wie Zigarettenrauchen, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht und Diabetes von Interesse. Weiterhin muss geklärt werden, unter welchen Umständen die Beschwerden auftreten, welcher Schmerzcharakter vorherrscht, ob der Schmerz atemabhängig ist und wie sich die Beschwerden nach Gabe von Nitropräparaten entwickeln. Nach der körperlichen Untersuchung , mit einem ausführlichen Arzt-Patient-Gespräch sowie einem EKG (Elektrokardiogramm), bei dem die elektrischen Ströme des Herzens gemessen werden, werden weitere Untersuchungen und therapeutische Maßnahmen angeordnet.

Spezielle Herzuntersuchungen

Um den Erst-Verdacht auf die Erkrankung zu bestätigen bzw. den Schweregrad der Erkrankung herauszufinden, damit eine entsprechende Therapie festgelegt werden kann, wird der Arzt gegebenenfalls verschiedene spezielle Herzuntersuchungen anordnen, z.B.:

  • Belastungs-EKG (Fahrrad-Ergometrie)
  • Langzeit-EKG
  • Echokardiographie (med.at-Spezialisten) - Stress-Echokardiographie (Ultraschall des Herzens)
  • Myokard-Perfusionsszintigrafie in Ruhe und Belastung (med.at-Spezialisten)
  • Positronen-Emissions-Tomographie (PET)
  • Elektronenstrahl-Computertomographie (EBT-CT) - ultraschnelles Herz-CT
  • Magnetresonanz-Tomographie (Herz-MRT; med.at-Spezialisten
  • Koronarangiographie - Herzkatheteruntersuchung (med.at-Spezialisten)

Therapie bei Angina pectoris

Je nach Schweregrad der Angina pectoris und Ursache wird Ihr Arzt die medikamentöse Therapie und/oder ein invasives Vorgehen (Koronarangioplastie, Ballondilatation und eventuell sogar eine Bypass-Operation) empfehlen.

Wichtig ist auch die Behandlung der zu Grunde liegenden Erkrankungen oder Faktoren, die zu einer arteriosklerotischen Einengung der Herzkranzgefäße führen können.

Medikamentöse Therapie bei Angina pectoris

Akut-Therapie: Für den Notfall wird Ihnen der Arzt Nitropräparate in Kapselform oder als Spray verordnen. Bei einem akuten Angina-pectoris-Anfall hilft Nitroglycerin innerhalb von Sekunden durch Weitstellung der Gefäße. Bei instabiler Angina pectoris muss ein akuter Herzinfarkt mittels EKG und einer Blutabnahme ausgeschlossen werden.

Dauerhafte medikamentöse Therapie:

  • Blutgerinnungshemmende Mittel verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und beugen Blutgerinnseln vor.
  • Betablocker senken den Blutdruck und die Schlagfrequenz und entlasten auf diese Weise das Herz.
  • Cholesterin senkende Medikamente (meist Statine) können dem Auftreten und Fortschreiten der Arteriosklerose entgegenwirken.
  • Kalzium-Antagonisten wirken Blutdruck senkend und entkrampfen darüber hinaus die Herzkranzgefäße.
  • ACE-Hemmer senken den Blutdruck und verbessern die Prognose bei Patienten mit einem erhöhten Komplikationsrisiko.

Körperliches Training

Durch konsequente Durchführung eines körperlichen Ausdauertrainings können die Symptome (z.B. Angina pectoris) und der Verlauf einer koronaren Herzerkrankung äußerst positiv beeinflusst werden. Das Training kann je nach persönlicher Vorliebe aus Fahrradfahren, Standfahrrad fahren (Hometrainer), Laufen, Schwimmen u.a. bestehen. Auch wenn bereits ein Herzinfarkt eingetreten ist, kann die Lebensqualität durch Training deutlich verbessert werden. Voraussetzung ist die Messung der körperlichen Leistungsfähigkeit zu Beginn des Trainings und die Erstellung eines Trainingsplans durch einen Spezialisten. Die Leistungsfähigkeit muss in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden.

Sind eine medikamentöse Therapie und Training nicht ausreichend, gibt es die Möglichkeit einer interventionellen beziehungsweise operativen Maßnahme.

Medikamente, der interventionelle Herzkatheter oder die Bypass-Operation können die Häufigkeit und den Schweregrad der Angina-pectoris-Anfälle entscheidend verbessern und sind auch vorbeugend gegen Infarkte und plötzlichen Herztod sowie gegen Herzschwäche wirksam. Eine Verbesserung der Erkrankung hängt vom allgemeinen Gesundheitszustand der betroffenen Person ab, vom Alter und gegebenfalls der eigenen Disziplin, und Bereitschaft seinen Lebensstil zu ändern.

Interventionen und Eingriffe bei Angina pectoris

Interventionelle Koronarangiographie (PTCA, Ballondehnung, Stentimplantation)

Dabei wird, ähnlich wie bei der Koronar-Angiographie, unter örtlicher Betäubung über die Leisten- oder die Armarterie ein feiner Kunststoffschlauch bis zur Engstelle der Herzkranzgefäße eingeführt (med.at-Spezialisten).  Dort kann dann ein am Schlauch befindlicher Ballon aufgeblasen werden. Der durch den Ballon aufgebaute Druck kann die Gefäße wieder dehnen und die Verengung rückgängig machen (Ballondilatation). In den meisten Fällen werden heute im Anschluss an die Dilatation Stents (kleine Röhrchen aus Metall oder Kunststoff) eingesetzt, da dadurch bessere Langzeitergebnisse als mit der PTCA alleine erzielt werden können. In den letzten Jahren wurde eine neue Generation von Stents entwickelt, die eine medikamentöse Beschichtung aufweisen, um eine überschießende Gewebsneubildung im Stent zu verhindern.

Durch die Verwendung von medikamentenbeschichteten Stents kann die Wiedereinengungsrate deutlich reduziert werden. Allerdings ist eine Blutverdünnung über mehrere Monate mit einer Kombination von verschiedenen Medikamenten erforderlich (oftmals Aspirin und Clopidogrel). Diese Medikamente dürfen nicht vorzeitig abgesetzt werden, da es sonst zu einer Gerinnselbildung im medikamentenbeschichten Stent und somit zu Angina pectoris und/oder einem Herzinfarkt kommen kann. Sollte ein Absetzen der Medikamente wegen eines chirurgischen Eingriffs erforderlich sein, so sollte dies nur nach Rücksprache bzw. in Abstimmung mit dem behandelnden Kardiologen erfolgen !!!!!

Bypass-Operation

Sind mehrere Gefäße betroffen oder führt die interventionelle Kardioangiographie nicht zum entsprechenden Erfolg, kann eine Bypass-Operation erforderlich sein. Dabei wird die Verengung unter Zuhilfenahme eines anderen Blutgefäßes im Sinne einer Umleitung umgangen.




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Wichtiger Hinweis: Die angegebenen Krankheitszeichen (Symptome) werden sehr häufig bei der Diagnose zu dieser Erkrankung beobachtet. Jedoch kann diese Erkrankung auch ohne bzw. mit anderen Krankheitszeichen vorliegen. Sollten Sie an ähnlichen Krankheitszeichen wie beschrieben leiden, dürfen Sie nicht daraus schließen, dass diese Erkrankung auf sie zutrifft.
Fragen Sie bitte Ihre Ärztin oder Ihren Arzt! Bei nahezu allen Erkrankungen ist eine frühzeitige Erkennung und damit die rasche ärztliche Intervention für den Heilungserfolg von größter Bedeutung.